Auslöser (Trigger)
Wichtig ist, die Ursachen einer Migräne von tatsächlichen Auslösern zu trennen. Informationen zu Ursachen finden sie im Merkblatt Pathophysiologie der Migräne.
Auslöser, sogenannte Trigger der Migräne können mannigfaltig sein. Gelegentlich gelingt es trotz genauester Selbstbeobachtung nicht, Trigger festzustellen. Folgende Triggerfaktoren werden jedoch besonders häufig von Migränepatienten genannt:
• Veränderung des Tagesrhythmus oder des Schlaf-Wachrhythmus
• Intensive emotionale Belastungen / Aufregungen
• Stress oder nachlassender Stress
• Hormonelle Veränderungen wie z. B. Menstruation
• Veränderung der Ernährung / Auslassen von Mahlzeiten
• Überanstrengung und Erschöpfung
Jeder Mensch empfindet „Stress“ unterschiedlich als andere Menschen. Wichtig ist die intraindividuelle Stressbelastung kennen zu lernen. Stress muss nie stressig sein. Im täglichen Alltag gibt es verschiedene „Stressoren“. Für Menschen mit Migräne kann dass z. B. das dauerhafte Läuten eines Telefons sein oder das Arbeiten in einem Großraumbüro. Für andere Menschen beginnt Stress erst in der Freizeit. Um mehr über Stress zu wissen, muss man sich mit Reizreaktionsmodell auseinandersetzen. In diesem Modell wird Stress als eine Folge von schädigenden psychischen, sozialen und physikalischen Einflüssen definiert, der ein überwiegend identisches Reaktionsmuster bei dem Betroffenen auslöst. Ziel dieser Reaktion des Körpers ist, dabei die störenden Einflüsse auszugleichen und dem Organismus also den Stressoren anzupassen. Das nennt man auch Allgemeines Adaptationssyndrom. Die Stressoren können in diesem Modell alles sein.
Wann löst Stress Migräne aus?
Stressbelastung und emotionale Veränderungen werden von Menschen mit Migräne am häufigsten als auslösende Faktoren für eine Migräneattacke benannt. In wissenschaftlichen Untersuchungen ist jedoch belegt, dass es nicht das absolute Stressniveau ist, was Migräneattacken auslöst, sondern die plötzlichen Veränderungen. Somit sollte ein Ziel einer Behandlung sein, den plötzlichen Abfall zwischen Entspannung und Stress so mild wie möglich zu gestalten als quasi den Unterschied zwischen Normalzustand und Stress zu verringern. Es gibt verschiedene Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder autogenes Training sowie Yoga, die hier hilfreich sein können. Einige Dinge können sie jedoch im Vorfeld selber betreiben:
• Rhythmisierung des Wach-Schlafrhythmus
Die schlimmsten Attacken treten meist in den frühen Morgenstunden auf. Somit scheint ein Zusammenhang mit dem Wach-Schlafrhythmus wahrscheinlich. Sinnvoll ist, den Schlafrhythmus so zu strukturieren, dass man möglichst zur gleichen Zeit ins Bett geht und auch zur gleichen Zeit wieder aufsteht. Wenn man sich genauer mit dem Thema Wach-Schlafrhythmus beschäftigt, ist es sinnvoll sich klar zu machen, dass es im Schlaf verschiedene Phasen gibt. Die erste Phase ist eine Tiefschlafphase (Non-REM-Schlaf) die nach ca. 90 Minuten von der ersten REM Phase (rapid eye movement = schnelle Augenbewegungen) abgelöst wird. Hier träumt man besonders intensiv. Nach 5 bis 10 Minuten folgt dann wieder ein Tiefschlaf. Diese Zyklen, die ca. 4- bis 5-mal pro Nacht auftreten, sind wichtig für den erholsamen Schlaf. Natürlich spielen emotionale Belastungen wie aber auch Alkohol, Nikotin und Kaffee eine Rolle, was den Wach-Schlafrhythmus angeht.
• Als weiterer Auslöser wird häufig Alkohol und verschiedene nahrungsmittel wie Milchpräparate, Zitrusfrüchte, Schokolade, Nahrungsmittel mit hohem Serotoningehalt wie Chinaessen, Getreideprodukte, Meeresfrüchte usw. genannt. In klinischen Studien findet man wechselnde Angaben. Am häufigsten untersucht werden Tartrazin, Pökelsalz und Glutamat. Es ist sinnvoll, hier darauf zu achten, dass man sich möglichst regelmäßig 4- bis 5-mal pro Tag nach allgemeinem Menschenverstand gesund, ausgewogen mit Obst und Gemüse, ernährt. Eine zu große Einengung der Nahrungszunahme „vermiest“ den Alltag. Natürlich wird jeder Migränepatient Nahrungsmittel die sicher Migräneattacken auslösen von sich aus weglassen. Die meisten Informationen gibt darüber das eigene Migränetagebuch. Somit werden sie kompetenter Kapitän ihrer Migräne.
• Was ist mit Kaffee?
In klinischen Studien gibt es eine widersprechende Datenlage zu Kaffee, generell gilt jedoch, wer Kaffe mag und gut verträgt sollte regelmäßig die gleichen mengen von Kaffee trinken und hinsichtlich des Wach-Schlafrhythmus möglichst spät nachmittags oder abends auf Kaffee verzichten.
• Ist das Wetter schuld?
Die meisten Menschen nennen Wetter als Auslöser, und vor allem wenn man in Süddeutschland lebt wird der Föhn verantwortlich gemacht. Gegen das Wetter sind wir alle machtlos, jedoch ist es sinnvoll andere Risikofaktoren niedrig zu halten bei Wetterwechsel, um die Addition möglicher migräneauslösender Faktoren möglichst gering zu halten.
• Was ist mit hormonellen Veränderungen?
Vor allem bei Frauen mit Migräne ist ein Zusammenhang mit hormonellen Schwankungen während des Zyklus beschrieben, wobei die meisten Migräneattacken zum Zeitpunkt des Eisprungs und auch zur Menstruation auftreten. Weitere Informationen finden sie im entsprechenden Merkblatt.