Vorbeugung

Wann sollte man sich zu einer medikamentösen Vorbeugung entscheiden?


Trotz einer hochwirksamen Attackentherapie bei Migräne gibt es vielerlei Gründe, sich für medikamentöse Vorbeugung zu entscheiden. Eine medikamentöse Migräneprophylaxe sollte in Erwägung gezogen werden, wenn die Zahl der Migränetage bei 10 oder mehr Tagen pro Monat liegt. Im Einzelfall sollte sogar vorher eine Migräneprophylaxe gestartet werden.

Ziel der medikamentösen Migräneprophylaxe ist die Reduktion der Migränetage an denen Migräneattacken auftreten und somit die Reduktion der Einnahmehäufigkeit von Akutmedikation. Des Weiteren reduziert die medikamentöse Migräneprophylaxe die Intensität der Migräneattacken und die Dauer. Das Hauptkriterium sich für medikamentöse Prophylaxe zu entscheiden ist, inwieweit man sich durch seine Migräneattacken in der Führung seines Alltags sowohl im Beruf wie in der Freizeit und Familie beeinträchtigt fühlt.

Eine medikamentöse Prophylaxe ist zunächst eine Dauertherapie für 3 bis 6 Monate. Viele Menschen scheuen sich jedoch regelhaft eine Medikation über diesen Zeitraum einzunehmen, dafür spricht jedoch, dass viele Menschen diese Medikamente aus anderen Gründen ihr Leben lang einnehmen. Für welches vorbeugende Migränemedikament der Arzt sich gemeinsam mit ihnen entscheidet, hängt sowohl von der Form ihrer Migräne wie auch ihren persönlichen Voraussetzungen ab. Auf weiteren Patienteninformationsblättern erhalten sie weitere Informationen zu verschiedenen Substanzen, hier die generellen Informationen.

Medikamentöse Migräneprophylaxe ist eine spezifisches Verfahren zur vorbeugenden Behandlung von Migräne, alle Substanzen sind „zufällig“ entdeckt worden, weil sie bei anderen Erkrankungen regelhaft und dauerhaft eingesetzt werden und auffiel, dass bei Betroffenen Migräneattacken deutlich seltener auftreten. Es hat sich bewährt, eine einschleichende Aufdosierung vorzunehmen. Somit benötigt man meistens 6 bis 8 Wochen bis die Zieldosis erreicht ist, garantiert wird jedoch durch so ein langsames Aufdosierungsschema, dass die Medikation gut vertragen wird.

Die Dosis sollte langsam gesteigert werden. Die Wirksamkeit der Vorbeugung ist nach 8 bis 12 Wochen zu beurteilen, somit muss die Medikation in diesem Zeitraum auch konsequent eingenommen werden. Nebenwirkungen sind möglich! Die meisten Medikamente die zur Prophylaxe eingesetzt werden, gehen mit Nebenwirkungen einher. Die spezifischen Nebenwirkungen finden sie in entsprechenden Informationsblättern. Generell gilt jedoch, dass die Nebenwirkungen meist mild sind und im Laufe der Aufdosierungszeit gänzlich verschwinden.

Gelegentlich kann man sogar von Nebenwirkung profitieren, wie z. B. sich gelassen und ruhiger fühlen oder besser zu schlafen. Die Auswahl der Migräneprophylaxe trifft der Arzt gemeinsam mit ihnen im Arzt-Patientengespräch.

 

Wie lange muss ich Prophylaxe einnehmen?

Es gibt keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse darüber, wie lange Prophylaxe eingenommen werden muss um ausreichend wirksam zu sein. Generell gilt jedoch, dass ein Behandlungszyklus von 6 – 9 Monaten sinnvoll ist, die Medikation dann abdosiert werden könnte und der Spontanverlauf der Migräne betrachtet werden kann.

 

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